Verfahren

Als poetische Verfahren werden hier (vgl. Liste rechts) diejenigen Vorgehensweisen bezeichnet, aus denen heraus sich literarische Schreibprozesse formieren. Die Grundüberlegung ist die, dass literarisches Schreiben sich immer aus einem Komplex unterschiedlicher Verfahren zusammensetzt. Die einzelnen Beiträge gliedern sich wie folgt.

↓ Haupteintrag ↓

Jeder Artikel beginnt mit einem kurzen einleitenden Haupteintrag. Erörtert wird darin das jeweilige Verb im Hinblick auf seine schreibpraktischen Voraussetzungen und Möglichkeiten der Realisierung als poetisches Verfahren. Der Akzent soll auf einer möglichst präzisen Beschreibung sowie einer Pointierung von Einsatzstellen mit poetischem Potential liegen. Mit diesem Potential ist ein Spielraum gemeint, der es ermöglicht, die Differenz zwischen Akt und Produkt des Schreibens ihrerseits produktiv werden zu lassen: mehr nicht, aber auch nicht weniger. Mit Verfahren ist ein wiederholbares Vorgehen gemeint, das in der Lage ist, diese Differenz im Prozess anschluss- und ausbaufähig zu halten. Die Art und Weise, wie dies geschieht oder geschehen kann, kennzeichnet die spezifische Produktionslogik eines Verfahrens.

Ziel von poeticon.net ist es, die Vielfalt möglicher poetischer Verfahren in ihrem Prozesscharakter zur Darstellung zu bringen. Um diese Vielfalt darstellen zu können, werden auch Verben einbezogen, die traditionellerweise nicht für ein Verfahren stehen, wohl aber für ein Verfahren stehen können. Die zugrunde liegende Frage für die einzelnen Artikel ist entsprechend auch nicht, ob ein jeweiliges Verb denn nun überhaupt ein Verfahren – und ein poetisches noch dazu – bezeichnet oder nicht. Die Frage ist vielmehr, was zu berücksichtigen bleibt, wenn man die mit dem Verb indizierte Tätigkeit als Schreibverfahren mit poetischem Potential begreift. Diese Zuspitzung soll in den einzelnen Haupteinträgen, deren Umfang auf 2500 bis max. 3500 Zeichen inkl. Leerzeichen beschränkt ist, vorgenommen werden.

Damit der Akzent in den jeweiligen Erörterungen möglichst direkt auf eine präzise Beschreibung des Verfahrens und seines poetischen Potentials gelegt wird, gelten für den Haupteintrag – im Sinne einer konstruktiven Setzung, deren Effekte Teil des Forschungsinteresses ist – folgende Regeln: keine Namen, keine Beispiele, keine historischen und disziplinären Verortungen. Rückversicherungen, Veranschaulichungen oder Einordnungen dieser Art können und sollen in den folgenden Rubriken vorgenommen werden. Der Haupteintrag hingegen soll seine historische und systematische Trennschärfe dadurch gewinnen, dass er entfaltet, was gegenwärtig unter dem jeweiligen Verfahren und seinem poetischen Potential verstanden werden kann. Dazu wird es im Einzelfall sinnvoll sein, unterschiedliche Formen zu benennen, wie dieses Potential in concreto umsetzbar ist. Um den Gegenwartsbezug deutlich zu machen, wird jeder Eintrag mit dem Tag seiner Online-Stellung datiert. Kenntlich gemacht wird damit, dass weder die vorgestellten Verfahren geschichts- und zeitlos sind noch die Einträge, die von ihnen handeln. Mit der Nennung der Verfasserin, des Verfassers oder der Verfassergruppe wird schließlich die systematische Gewichtung in ihrer partiellen Kontingenz als Ergebnis individueller Entscheidungen und Präferenzen sichtbar gemacht.

→ Wegmarken ←

In den Wegmarken werden wichtige Stationen in der Praxis und/oder in der theoretischen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Verfahren genannt. Diese Stationen können in historischer Abfolge aufgeführt und knapp charakterisiert werden, indem geschichtliche Bedingungen, Hintergründe, Transformation sowie Beispiele gegeben oder Zeugnisse benannt werden. Die Stationen können aber auch systematisch aufgeführt und geordnet werden, indem das Spektrum möglicher Realisationsformen nach übergeordneten Kriterien verdeutlicht wird. Denkbar sind auch Mischformen. Je stärker ein Verfahren von konkreten geschichtlichen, zum Beispiel medientechnischen Prägungen und Voraussetzungen abhängig ist, desto eher wird es sinnvoll sein, die historische Dimension kenntlich zu machen.

Letztlich haben die Wegmarken die Funktion von Schlaglichtern auf historisch und/oder systematisch bedeutsame Positionen oder Ereignisse, die in Form von Kontrapunkten oder Anschlussstellen auch Orientierung für eine gegenwärtige Schreibpraxis und deren Situierung bilden können. Es liegt im Ermessen der jeweiligen Verfasserin, des Verfassers oder der Verfassergruppe, die Schwerpunkte zu bestimmen und auszuwählen. Der Umfang der Wegmarken beträgt 1000 bis 2500 Zeichen inkl. Leerzeichen.

← Forschungsliteratur →

Unter Forschungsliteratur soll eine Auswahl an empfehlenswerter Forschungsliteratur aufgeführt werden. Es handelt sich also im engeren Sinne um bibliographische Angaben. Die genannten Titel, die kurz eingeordnet werden können, nehmen entweder auf die in den Wegmarken erwähnten Ereignisse oder Positionen Bezug oder liefern selbst Anhaltspunkte für eine weitere Beschäftigung. Der Umfang der unter der Rubrik Forschungsliteratur aufgeführten Titel beträgt 1000 bis 2500 Zeichen inkl. Leerzeichen.

↑ Postskriptum ↑

Das Postskriptum bildet das eigentliche Forum von poeticon.net. Hier können weiterführende Überlegungen oder Vertiefungen platziert werden, Probleme beim Verfassen der Artikel benannt oder Kommentare zu den vorhergegangenen Einträgen formuliert werden. Im Postskriptum gibt es keine Zeichenbeschränkung und keine weiteren formalen Vorgaben. Denkbar ist auch die Platzierung von einzelnen Zitaten oder kurzen Einwürfen oder dergleichen. Nehmen mehrere Verfasserinnen und/oder Verfasser im Postskriptum einzeln Stellung, werden die Stellungnahmen nummeriert und jeweils mit separatem Datum und Verfasserhinweis ausgewiesen.

Allgemeines: Alle Rubriken werden mit dem Datum der Veröffentlichung (Online-Stellung) und dem Namen der Verfasserin, des Verfassers oder Angabe der Verfassergruppe versehen (bei mehrfacher Nennung auf einer Seite in Initialen). Es ist grundsätzlich möglich, dass die unterschiedlichen Rubriken zu einem Verfahren von unterschiedlichen Verfasserinnen oder Verfassern geschrieben werden. Eine mehrfache Bearbeitung derselben Rubrik ist jedoch nur für das Postskriptum vorgesehen. Die Vernetzung der Artikel durch Hyperlinks soll in einer zweiten Etappe des Projekts realisiert werden [→ Ordnungen]. Eigenständige Beiträge oder solche zum Postskriptum können gerne auch unaufgefordert an den Webmaster geschickt werden. Das Redaktionsteam, das in jedem Semester neu aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Seminarreihe „Poetische Verfahren“ gebildet wird, entscheidet über Annahme oder Ablehnung von Artikeln. Es gilt die ‚neue‘ deutsche Rechtschreibung.